Underkarl

Konzert #213
Sonntag, 26. November 2017, 20.00 Uhr

Sebastian Gramss - double bass
Rudi Mahall - bass clarinet
Lömsch Lehmann - tenor sax & clarinet
Frank Wingold - electric guitar
Dirk-Peter Kölsch - drums

Besser hätte das Finale des Leeraner Jazzjubiläums kaum gestaltet werden können: 1992 startete nicht nur die Reihe »Jazz live im Speicher«. Es war auch das Gründungsjahr des Quintetts Underkarl um den in Wilhelmshaven geborenen Bassisten Sebastian Gramss. »Timetunnel 25« hat deshalb die Band beziehungsreich ihr aktuelles Album genannt, mit dem sie ihr 25jähriges Bestehen feiert und im Rückgriff auf die Jazzgeschichte frech nach vorne blickt – und damit einen künstlerischen Ansatz verfolgt, der auch durchgehend die Programme von »Jazz live im Speicher« mitgeprägt hat.

Auf »Timetunnel 25« beschäftigt sich das Quintett mit Stücken von Sun Ra, Miles Davis, Charlie Parker, Duke Ellington, Ornette Coleman, Thelonious Monk, Charles Mingus und einigen Jazzgrößen mehr. Das allerdings grundlegend anders als erwartet, denn den Bearbeitungen liegen gerade nicht die sofort erkennbaren Hauptthemen der historischen Vorlagen zugrunde. Stattdessen wurden aus den legendären Aufnahmen die herausragenden Solos transkribiert und dann gewissermaßen als Startrampen für kreative Neuinterpretationen genommen. Die Band transportiert auf diese Weise die Energie des historischen Moments in die Jetzt-Zeit. Die Improvisationen der großen Meister werden zur Keimzelle neuartiger musikalischer Ereignisse in Anlehnung an das Feuer und die Inspiration der originären Einspielungen. Das ist »großes Kino«, meint  Wolfram Knauer, Direktor des Jazzinstituts Darmstadt.

Underkarl, die nach 1997 zum zweiten Mal in Leer auftreten werden, spielen noch immer fast in der Anfangsbesetzung. Seit 1992 hat es nur eine personelle Veränderung gegeben: Für den Posaunisten Nils Wogram kam der Bassklarinettist Rudi Mahall.


"Underkarl sind eine Institution und für Überraschungen gut, und nie vergessen sie den ausgefuchsten Spaß ... Hier Museum und dort Experimentalspielwiese, dazwischen verläuft eine Demarkationslinie. Bei Underkarl ist das anders, und die neue CD ist ein exzeptionelles Beispiel dafür, wie man schon mit einer originellen Grundidee, die ohnehin obsoleten Grenzzäune zum Wanken bringt."
Leipziger Volkszeitung