Daniel Erdmann´s Velvet Revolution

Konzert #206
Donnerstag, 30. März 2017, 20 Uhr

Daniel Erdmann - tenor sax
Théo Ceccaldi - violin & viola
Jim Hart - vibraphone

Der Tenorsaxofonist Daniel Erdmann ist kein Unbekannter mehr in Leer. Bisher drei Mal war der 1973 in Wolfsburg geborene Musiker und Komponist in der Konzertreihe zu erleben, und das in jeweils sehr unterschiedlichen musikalischen Anzügen: 2002 mit seinem energetischen Jazzquartett Erdmann 3000, 2008 mit dem Trio Das Kapital, das Neubearbeitungen von Liedern des Komponisten Hanns Eisler präsentierte, schließlich 2012 mit dem fast schon rockenden Erdmann/Rohrer Quartet.

Mittlerweile gehört der Wahlberliner und Wahlfranzose, den instrumentale Akrobatik nicht sonderlich interessiert, zu den auffälligsten Tenorsaxofonisten in Europa. Velvet Revolution heißt sein jüngstes Projekt. Und wieder ist der Anzug ein anderer. Mit dem französischen Bratschisten und Violinisten Théo Ceccaldi und dem britischen Vibrafonisten Jim Hart hat er ein instrumentales Line-up geformt, das im Jazz so gut wie nicht vorkommt.

Welche klanglichen Möglichkeiten bietet eine derart ungewöhnliche Kleinbesetzung? Der erste Gedanke, der dazu noch vor dem ersten gehörten Ton, aber mit Blick auf den reizvollen Bandnamen, in den Sinn kommt, ist: Es geht um Musik, die weich und luftig sein will, gleichermaßen nachdrücklich und erdig.

»A Short Moment Of Zero G«, die erste, im Herbst 2016 erschienene CD des Trios, gibt Auskünfte: Kein Ton in dieser ungewöhnlichen Musik ist beiläufig. Die Zeitschrift Stereoplay packt sie, was nicht verkehrt ist, in die Kategorie »Chamber Jazz«: »Erdmanns Saxofon wird Stimme, mal gehaucht, plaudernd, ornamentierend, mal präsent, volltönend, voluminös. Ceccaldi Geige und Bratsche changieren von der Drehleier über die Musik des Balkans bis hin zum Swing, zur Kammermusik. Und Harts Vibraphon rundet schwebend perkussiv die Triowirkung ab. Das ist feine Erzählkunst mit viel Assoziationsfreiheit für die Hörer.« Für Beate Sampson etwa, Musikjournalistin beim Bayerischen Rundfunk, ist manchmal auch der Blues oder ein imaginierter Folksong herauszuhören. In den Andeutungen und Grundstimmungen dieser »traumverloren schönen« Kammermusik sei alles »dicht gewebt« und jede Stimme in ihr »wie ein Gitzerfaden«.

Assoziativ wie Musik, Bandname und Albumtitel sind auch die Titel der einzelnen Kompositonen Erdmanns. Eine nennt er »Swing für Europa«.

»Dicht gewebt ist diese klangfarbensatte Kammermusik, und jede Stimme in ihr ist wie ein Glitzerfaden.«
Beate Sampson, Musikjournalistin

»Das ist feine Erzählkunst mit viel Assoziationsfreiheit für die Hörer.«
Stereoplay