Rodrigo Amado Quartet

Konzert #205
Donnerstag, 9. März 2017, 20 Uhr

Rodrigo Amado - tenor sax
Joe McPhee - pocket trumpet & alto sax
Kent Kessler - double bass
Chris Corsano - drums

Portugal ist auf der internationalen Landkarte des Jazz nicht gerade eines seiner Zentren. Aber eben auch keine jazzferne Zone, in der nur der Fado regiert. Mit dem Tenorsaxofonisten Rodrigo Amado kommt ein Musiker nach Leer, der in seiner portugiesischen Heimat nicht nur zu den wichtigsten Vertretern seines Genres zählt, sondern 2001 mit seinen Brüdern eines der weltweit wichtigsten Labels für freien Jazz gründete: clean feed. Etliche Bands, die bei diesem Label veröffentlichen konnten, waren im Lauf der Jahre auch in Leer zu Gast.

Das Quartett, das Amado, der sich ebenfalls als Fotograf einen Namen gemacht hat, in Leer präsentieren wird, ist für ihn die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches. Um sich herum hat er drei namhafte Musiker des freien US-Jazz versammelt. An erster Stelle zu nennen: Joe McPhee. Geboren 1939 in Miami, beginnt dessen Karriere in den 1960er-Jahren. Es sind die großen Jahre des Free Jazz und Joe McPhee ist einer ihrer Protagonisten. Seitdem hat er in der Jazzhistorie tiefe Spuren hinterlassen. Auf weit über 100 Tonträgern findet sich sein Name und noch immer ist der inzwischen 77-Jährige agil wie eh und je. So steht er regelmäßig mit dem skandinavischen Powertrio The Thing auf der Bühne oder tourt mit seinem langjährigen Trio X, mit dem er 2011 auch in Leer aufgetreten ist. Ein großes Foto im Jubiläumskalender 2017 erinnert an diesen wundervollen Abend.

Von Joe McPhee ist es nicht weit zum Bassisten Kent Kessler. Beide kennen sich u.a. durch gemeinsame Projekte mit Ken Vandermark. Kessler selbst war Mitglied bei den Vandermark 5 und mit dieser inzwischen aufgelösten Traumband auch zweimal in Leer.

Schließlich der Schlagzeuger Chris Corsano: Auch er ist in den Netzwerken der internationalen Improvisationsmusik gut verortet; auch er kennt deshalb Joe McPhee nicht erst, seit Amado ihn für sein Quartett gewinnen konnte. Getrommelt hat der vielseitige Perkussionist aber mit vielen mehr, darunter Nels Cline, Paul Dunmall, Evan Parker, Nate Wooley, Jim O’Rourke und die isländische Avantgardepopkünstlerin Björk.

»This Is Our Language« heißt das bislang einzige Album des Quartetts, erschienen 2015. Schon der Titel ist Anspielung genug: »This Is Our Music« und »In All Languages« heißen zwei große Alben von Ornette Coleman.

»A crack team of improvisers«
Peter Cough, Musikkritiker