Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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Jazz: GAYLE CABRAS BARCELLA

( ab 04.04.2019, 20.00 Uhr, Kulturspeicher, Wilhelminengang )

Charles Gayle - alto sax, tenor sax
Manolo Cabras - double bass
Giovanni Barcella - drums

Er war Straßenmusiker, spielte in billigen Clubs für Almosen und ließ trotz eines Lebens in großer sozialer Not nie ab von seiner Hingabe an eine Musik, die ihm alles bedeutete. Was er seinem Saxofon an Tönen entlockte, wollte jahrzehntelang kaum jemand hören. Heute zählt Charles Gayle, dessen Auftritt in Leer wenige Wochen nach seinem 80. Geburtstag stattfindet, zu den großen Symbolfiguren des afroamerikanischen Free Jazz.

Geboren 1939 in Buffalo im US-Bundesstaat New York, bekommt Gayle als Kind zunächst Klavierunterricht. Das Saxofonspiel bringt er sich später selbst bei. Ab Ende der 1950er-Jahre tritt er in seiner Heimatstadt regelmäßig auf, mal mit lokalen, mal mit durchreisenden Musikern. Bei gelegentlichen Aufenthalten in New York City kommt es zu Begegnungen mit Archie Shepp, Pharoah Sanders und anderen Größen der dortigen Szene. Sein Spiel verändert sich, wird immer kompromissloser. Geschult an Albert Ayler und der Gospeltradition, bläst er sich in New York, wo er seit Anfang der 1970er-Jahre lebt, die Seele aus dem Leib. Von wenigen Liebhabern dafür bewundert, von einem größeren Publikum allerdings verschmäht, fristet er in der Weltmetropole des Jazz ein unwürdiges Dasein. Viel Geld kommt bei seinen Auftritten und Straßendarbietungen nicht zusammen. Beständig in finanziellen Schwierigkeiten, ist er jahrelang obdachlos.

Eine spürbare Wendung tritt ein, als in den 1980er-Jahren der deutsche Bassist Peter Kowald (1944-2002) auf Gayle aufmerksam wird und für ihn und mit ihm Auftritte organisiert. 1992 kommt es dann tatsächlich zu so etwas wie einem Durchbruch: Mit Hilfe der New Yorker »Knitting Factory« erscheint das Album »Repent«. Gayle, so der Jazzhistoriker Wolf Kampmann, »wurde über Nacht zum Bannerträger der neu boomenden Free-Jazz-Szene und tourte fortan rund um die Welt. Mit zahllosen Produktionen, einige davon als Solopianist, holte der Saxofonist in kurzer Zeit nach, was ihm über Jahrzehnte verwehrt war.«

War seine Musik bis in die 1990er-Jahre hinein in puncto Energie und Verausgabung kaum noch zu überbieten, ist Gayle mit zunehmendem Alter etwas versöhnlicher geworden, müder allerdings nicht: Bis heute schart immer wieder jüngere Musiker um sich und geht mit ihnen auf Tour. So war er 2015 mit dem polnischen Bassisten Ksawery Wójcinski und dem britischen Schlagzeuger Roger Turner in Leer zu Gast; mit Manolo Cabras am Bass und Giovanni Barcella am Schlagzeug sind diesmal zwei Italiener seine musikalischen Mitstreiter.

Jazz: 2000

( ab 11.04.2019, 20.00 Uhr, Kulturspeicher, Wilhelminengang )

Jan Klare - alto sax
Bart Maris – trumpet
Steve Swell - trombone
Elisabeth Coudoux - cello
Wilbert de Joode - double bass
Michael Vatcher - drums

Das aktuelle Programm von »Jazz live im Speicher« bietet ein Wiedersehen mit vielen guten Bekannten. Im international besetzten Sextett 2000 sind es gleich fünf Musiker, die nicht zum ersten Mal nach Leer kommen. Allen voran Michael Vatcher: Sieben Mal gastierte der US-Schlagzeuger bislang im Kulturspeicher. Zum zweiten beziehungsweise dritten Mal sind der niederländische Bassist Wilbert de Joode, der US-Posaunist Steve Swell, der belgische Trompeter Bart Maris sowie der deutsche Saxofonist Jan Klare zu erleben. Einzig die französische Cellistin Elisabeth Coudoux wird sich zum ersten Mal in Leer präsentieren.

Dass sich dieses namhafte Sextett zusammenfand, hat mit einer Einladung für das Moers Festival 2018 zu tun. Doch zurück führt dessen Geschichte eigentlich bis in das Jahr 2004, in dem Klare, Maris, de Joode und Vatcher das Quartett 1000 aus der Taufe hoben.

In ihrer Besetzung mit Altsaxofon, Trompete, Bass und Schlagzeug erinnerte die Band an das legendäre Quartett von Ornette Coleman, spielte aber zunächst viele Stücke, die eigentlich für Improvisationsmusik ungeeignet waren, z.B. Kompositionen von Wagner, Bach und Monteverdi. Durch spektakuläre Interpretationen des klassischen Materials, ergänzt durch Eigenkompositionen, etablierte das Quartett schon früh einen unverkennbaren Stil, der über die Jahre immer mehr verfeinert wurde, hin zu einer intuitiven, fast telepathischen musikalischen Sprache, verbunden mit einem tiefen Instinkt für Form und Struktur.

Nach vier CDs drohte 2017 das Ende. Michael Vatcher, der lange in Amsterdam gelebt hatte, ging nach New York, und die verbliebenen Musiker hielten es für unmöglich, seinen besonderen Platz im Klanggefüge des Quartetts zu ersetzen. Andererseits wollten sie weitermachen. Vatcher ging und mit ihm das Schlagzeug, hinein geholt wurde mit Elisabeth Coudoux eine Cellistin. Als 2018 das Moers Festival anfragte und auch noch einige andere Veranstalter Interesse zeigten, wurde aus dem Quartett 1000 kurzerhand das Sextett 2000: Vatcher kam wieder und mit ihm Steve Swell.

Auf »plant«, ihrem letztjährig veröffentlichten Album, führen 2000 das weiter, was mit 1000 begonnen wurde: kunstvolle, subtile Jazzmusik zwischen Komplexität und Intimität.

Jazz: Julie Sassoon Quartet

( ab 17.05.2019, 20.00 Uhr, Kulturspeicher, Wilhelminengang )

Julie Sassoon - piano
Lothar Ohlmeier - soprano sax, bass clarinet
Meinrad Kneer - double bass
Rudi Fischerlehner - drums

Die britische Pianistin Julie Sassoon, die zur großen Zahl von Jazzmusikerinnen und -musikern aus aller Welt gehört, die heute vorübergehend oder auf Dauer in Berlin leben, spannt mit ihren künstlerischen Aktivitäten einen weiten Bogen. Sie konzertierte mit dem aus sechs Pianisten bestehenden Ensemble Piano Circus und gab Programme mit der israelischen Sängerin Efrat Alony, dem Trompeter Tom Arthurs oder dem Schlagzeuger Willi Kellers. Gerne tritt sie solo auf. Gefeiert wurde etwa ein Auftritt von ihr beim London Jazz Festival in der Royal Festival Hall. Auf ihrem bislang letztem Soloalbum »Land of Shadows«, das vom Berliner Label jazzwerkstatt veröffentlicht wurde, sind höchst emotionale Aufnahmen aus der Neuen Synagoge Berlin, dem Bauhaus Dessau und dem Loft in Köln zu hören.

Ebenfalls beim Label jazzwerkstatt erschien im November 2016 mit »Fourtune« das erste Album ihres in Berlin formierten und nach ihr benannten Quartetts, eingespielt mit Lothar Ohlmeier an Sopransaxofon und Bassklarinette, dem Bassisten Meinrad Kneer sowie dem Schlagzeuger Rudi Fischerlehner. Als Gast ist auf zwei Tracks des Albums der Trompeter Tom Arthurs mit dabei.

Die Musik des Quartetts lässt sich viel Zeit. Zwei Stücke auf »Fourtune« kratzen an der Zehn-Minuten-Grenze, die vier weiteren gehen sogar darüber hinaus. Begrenzungen lässt das Quartett auch sonst nicht zu, verbindet etwa Jazz und Minimal Music. Gerne spielt es zudem mit Kontrasten wie Zartheit und Energie respektive Ruhe und Unruhe. Durchgängig wirke das Ensemble, so Roland Spiegel treffend im Bayerischen Rundfunk, wie eine Verlängerung der Fingerspitzen der Pianistin, geprägt von höchster Sensibilität und dem sehr feinen Aufnehmen und Weitergeben von Impulsen: »Ein Ensemble, das sich wie ein Organismus bewegt - getragen von gemeinsamem Atem ...«

»Bei Julie Sassoon ist vieles anders. Die englische Pianistin bewegt sich mit ihrer deutschen Combo auf einer Ebene des sensiblen Zusammenspiels, das keine lauten Töne braucht, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Ihre Kompositionen - die ebenfalls aus dem Rahmen fallen - beginnen zart, leise, fast tastend und fächern dann aus zu einem flirrenden Kunstwerk ...«
Reinhard Köchl, »JAZZ THING«

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