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Dokumentarfilm: Wenn die Seele erschüttert ist (Neu)

( ab 02.04.2019, 18.00 Uhr, Haneburg, Saal II )

In diesem Film kommen vier Menschen zu Wort, die unterschiedliche Formen von Psychotraumatisierung erlebt haben. Sie verbindet, dass sie im weiteren Verlauf ihrer Entwicklung Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) entwickelt haben, die Einfluss auf das gesamte Leben genommen hat.

Hildegard (53) ist eine Frau in der Mitte des Lebens. Sie ist politisch und gesellschaftlich engagiert, hält jedoch gleichzeitig Distanz zu anderen Menschen. Als Kind wurde sie während eines Ferienaufenthalts von ihrem Onkel sexuell missbraucht. Lange Zeit hat sie keine Erinnerungen daran. Nach einer Retraumatisierung wird sie hochgradig suizidal. Durch langjährige Therapie hat sie wieder Kontrolle über ihre Gefühle und Gedanken gewonnen.

Mamadou (22) ist als afrikanischer Schutzsuchender über das Mittelmeer nach Deutschland gelangt. Seine psychische Verfassung ist aufgrund der Traumatisierungen während der Flucht zunächst sehr schlecht. Er hat im Gegensatz zu vielen anderen Geflüchteten das große Glück, durch das Psychosoziale Zentrum Düsseldorf therapeutisch aufgefangen zu werden. Inzwischen ist er stabil, engagiert sich für andere Menschen und macht eine Ausbildung.

Louisa (20) ist Augenzeugin, als ihr bester Freund während eines Schulausflugs tödlich verunglückt. In den ersten Monaten danach scheint sie das Erlebte verarbeiten zu können. Zwei Jahre später jedoch folgt – ausgelöst durch eine Gerichtsverhandlung – der Zusammenbruch, verbunden mit Scham und Selbstabwertung. Erst allmählich kann sie den Gedanken zulassen, dass sie professionelle Unterstützung braucht. Hilfreich ist zudem ihre Fähigkeit des kreativen Ausdrucks durch Musik, Zeichnen und Fotografie. Der Unfall ist Teil ihres Lebens, aber sie selbst hat die Kontrolle über ihre Gefühle wiedererlangt.

Ava (31) ist als Mädchen fast ertrunken. Die Erinnerungen daran sind intensiv und facettenreich. In den folgenden Jahren spricht sie mit niemandem darüber und nimmt auch selbst das Erlebte nicht ernst. Gleichzeitig entwickelte sie massive Lebensängste. Jede Prüfungssituation löste das Gefühl aus, erneut zu ertrinken. Eine Verbindung zum Erlebten stellt sie aber lange Zeit nicht her. Inzwischen kann sie sich mit ihren Ängsten auseinandersetzen, hat daraus ein Kunstprojekt initiiert und traut sich während der Dreharbeiten – hochschwanger – erstmals wieder ins tiefe Wasser.

Die Mitwirkenden des Films erzählen und zeigen ihre Geschichte in ruhigen Bildern. Aspekte wie Ängste, Dissoziationen, Retraumatisierung, Vermeidungsverhalten und vieles mehr werden subjektiv geschildert. So entsteht ein Mosaik, was eine Traumafolgestörung sein kann und welche Auswege aus der seelischen Erschütterung möglich sind.

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