Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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22.11.2019

Kostenfreier Vortrag über Chinas aktuelle und zukünftige Rolle in der Weltwirtschaft

Prof. Dr. Hans-Heinrich Bass, Professor für Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Hochschule Bremen, hält bei uns am Mittwoch, 4. Dezember, um 19 Uhr in der VHS-Blinke 55 einen Vortrag über Chinas aktuelle und zukünftige Rolle in der Weltwirtschaft sowie Europas Antworten. Dabei betrachtet er Chinas Stärken und Schwächen sowie die Auseinandersetzungen zwischen den Weltwirtschaftsmächten. Der Eintritt ist frei.


Prof. Dr. Hans H. Bass informiert über Chinas aktuelle und zukünftige Rolle in der Weltwirtschaft sowie Europas Antworten.

Prof. Dr. Hans H. Bass informiert über Chinas aktuelle und zukünftige Rolle in der Weltwirtschaft sowie Europas Antworten.

Im ersten Teil der Veranstaltung geht es um Stärken und Schwächen der chinesischen Wirtschaft. China ist heute eine Weltwirtschaftsmacht – chinesische Unternehmen liefern dem Weltmarkt Schiffe, Bekleidung oder Smartphones; China ist eines der wichtigsten Abnehmerländer für Autos, Soja oder Champagner. China ist Investitionsstandort für Unternehmen wie Volkswagen und Herkunftsland von großen Investitionen in Unternehmen wie Mercedes. Chinesische Standorte sind essentieller Bestandteil globaler Wertschöpfungsketten und mit ihrer globalen Investitionsstrategie einer Neuen Seidenstraße versucht die chinesische Staatswirtschaft, wirtschaftliche Macht in politische Macht zu transformieren und investiert in Häfen und Straßen: in Asien und Afrika, in Griechenland und Italien. An einer eigenständigen High-Tech-Entwicklung, an Relevanz der chinesischen Währung auf den Weltfinanzmärkten und an einer angemessenen Repräsentation Chinas in internationalen Organisationen wie dem Währungsfonds – daran mangelt es allerdings noch.

Das chinesische Modell beruht auf einem Ineinandergreifen von konzentrierter politischer Macht und ungezähmtem Kapitalismus. Das hat sich bislang als förderlich für Chinas wirtschaftliche Entwicklung erwiesen. Noch ist das wirtschaftliche Wachstum hinreichend, um Unterschiede zwischen Küste und Binnenland sowie zwischen Arm und Reich zu überdecken: Die Verteilung der Kuchenstücke bleibt ungleich, aber der Kuchen wird größer. Das Wirtschaftswachstum stößt aber zunehmend an ökologische Grenzen. Wenn die Dynamik nachlässt, könnte eine noch aggressivere Außenwirtschaftspolitik (mit mehr Dumping oder mit weiterer Abwertung der Währung) die Folge sein. Wenn die politischen Forderungen aus Hongkong in anderen Teilen des Landes Widerhall finden, ist auch eine noch stärkere Repression nach innen möglich. Chinas Weg zur globalen wirtschaftlichen und politischen Supermacht ist also ein Wachstum auf des Messers Schneide. Davon handelt der zweite Teil der Veranstaltung.

Im dritten Teil des Gesprächs geht es um die gegenwärtigen Asymmetrien in der Weltwirtschaft und die daraus folgenden Auseinandersetzungen zwischen den Weltwirtschaftsmächten. Der Handelskrieg zwischen den USA und China zeigt, dass die Regierung der alten Supermacht die neue Supermacht als Bedrohung wahrnimmt. Unter den gegenwärtigen Voraussetzungen muss man befürchten, dass die verwendeten Waffen die Weltwirtschaft in einen Abwärtsstrudel stoßen. Europa wird in dieser Auseinandersetzung erhebliche Kollateralschäden davontragen. Daher muss es nun eigene Interessen zur Geltung bringen: wissenschaftlich-technischen Vorsprung durch Investitionen in Forschung und Entwicklung sichern, regelbasierten und fairen Wettbewerb einfordern, die Berücksichtigung von Arbeitsrechten in globalen Wirtschaftsbeziehungen fördern sowie verstärkt kooperieren in internationalen Organisationen zum Schutz von Umwelt, Frieden und Sicherheit.

Eintrit frei

Über Prof. Dr. Hans H. Bass
Dr. Hans H. Bass ist Professor für Internationale Wirtschaft an der Hochschule Bremen. Er leitet dort das Institute for Transport and Development. Er hatte Gastprofessuren u.a. an der Tongji-Universität in Shanghai und der Jiaotong-Universität in Xi’an sowie in Japan, Russland, Usbekistan, Canada und Nigeria. Bass ist Mitglied im Team Europe, dem Expertendienst der Europäischen Kommission.


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