Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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25.11.2015

70 Jahre VHS Leer - Jubiläum mit kleinem Festakt

Am 23. November 1945 wurde die Volkhochschule Leer unter dem Namen „Volksbildungswerk Leer“ gegründet. Das 70. Jubiläum nahm wir zum Anlass für einen kleinen Festakt. „Eigentlich haben wir gar kein richtiges Jubiläum“, erläuterte der VHS-Vorstandsvorsitzende Jörg Furch zu Beginn der Veranstaltung. Schließlich sei laut Wikipedia erst das 75. Jubiläum besonders bedeutsam. „Für mich ist es ein Wunder, dass nur sechs Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs engagierte Bürger zusammengekommen sind, um das Volksbildungswerk zu gründen“, erklärte Furch. Schließlich hätten die Menschen nach Kriegsende existentielle Nöte geplagt. Dennoch habe man die Bedeutung der Bildung erkannt. Furch verwies darauf, dass bei der Gründungsfeier eine Rede mit dem Titel „Vom Sinn der Bildung in unserer Zeit“ gehalten wurde. „Diese Rede könnte man im Grunde jedes Jahr halten“, betonte er.


Blick auf die Talkrunde zum Thema „Herausforderungen für die Kommunen in den nächsten Jahren – Antworten der Volkshochschulen“: Gertrud Völkening von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung, Rüdiger Reske, Erster Kreisrat des Landkreises Leer, Sabine Kasimir, VHS-Fachbereichsleiterin, Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft und Burghardt Sonnenburg, Leiter des Heimatmuseums Leer (v.l.n.r.).

Blick auf die Talkrunde zum Thema „Herausforderungen für die Kommunen in den nächsten Jahren – Antworten der Volkshochschulen“: Gertrud Völkening von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung, Rüdiger Reske, Erster Kreisrat des Landkreises Leer, Sabine Kasimir, VHS-Fachbereichsleiterin, Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft und Burghardt Sonnenburg, Leiter des Heimatmuseums Leer (v.l.n.r.).

Der VHS-Vorstandsvorsitzende Jörg Furch bewunderte bei der Jubiläumsveranstaltung die Weitsicht der Gründer: In Zeiten großer Not sei die Bedeutung der Bildung erkannt worden.

Der VHS-Vorstandsvorsitzende Jörg Furch bewunderte bei der Jubiläumsveranstaltung die Weitsicht der Gründer: In Zeiten großer Not sei die Bedeutung der Bildung erkannt worden.

VHS-Leiterin Heike-Maria Pilk betonte, dass die VHS jederzeit bereit sei, sich in Bereichen zu engagieren, „wo es brennt“.

VHS-Leiterin Heike-Maria Pilk betonte, dass die VHS jederzeit bereit sei, sich in Bereichen zu engagieren, „wo es brennt“.

Rico Mecklenburg (links), Präsident der Ostfriesischen Landschaft und Burghardt Sonnenburg, Leiter des Heimatmuseums Leer

Gertrud Völkening von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung, Rüdiger Reske, Erster Kreisrat des Landkreises Leer

Jörg Furch, VHS-Vorstandsvorsitzender

Hans Fricke, stellvertretender VHS-Vorstandsvorsitzender

Blick ins Publikum

Danach dankte Hans Fricke als stellvertretender VHS-Vorstandsvorsitzender Jörg Furch für seinen Anteil daran, dass die VHS heute so gut dastehe. Immerhin sei Furch seit nunmehr 30 Jahren Mitglied im Verein, seit 21 Jahren im Vorstand und seit 18 Jahren Vorstandsvorsitzender.

Im Anschluss daran fand eine von der VHS-Fachbereichsleiterin Sabine Kasimir moderierte Gesprächsrunde zum Thema „Herausforderungen für die Kommunen in den nächsten Jahren – Antworten der Volkshochschulen“ statt. Für die Talkrunde konnte die VHS Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft, Rüdiger Reske, Erster Kreisrat des Landkreises Leer, Burghardt Sonnenburg, Leiter des Heimatmuseums Leer sowie Gertrud Völkening von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung Hannover gewinnen.

Gertrud Völkening fasste als Ergebnis einer Studie prägnant zusammen, dass die Volkshochschulen mit ihren umfassenden Programmen bekannt, gefragt und geschätzt würden. Mit Blick auf die Zukunft der Volkshochschulen sagte sie: „Ich denke, es müssen mehr Mittel bereitgestellt werden.“ Schließlich sei ein breites Spektrum an hochqualifizierten Dozenten nötig.

Rüdiger Reske betonte, dass der Landkreis der Auffassung sei, dass Menschen nur durch Bildung aus der Armut herauskommen könnten. Dazu trage die VHS mit ihren kostengünstigen Veranstaltungen bei. Im dem Zusammenhang riet er zu einem Vergleich der Kosten einer Tageskarte bei Werder Bremen und einem VHS-Kurs. In Bezug auf das Thema Flüchtlinge erläuterte Reske, dass von Monat zu Monat mehr Menschen zu uns kommen würden, mit ihnen aber nichts geschehe. Bis zu zwei Jahre müssten Flüchtlinge darauf warten, um beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge überhaupt vorstellig werden zu können. Deshalb habe der Landkreis entschieden, Geld für bei der VHS stattfindende Einstiegskurse Deutsch in die Hand zu nehmen. „Ich hoffe, dass die Integration diesmal besser läuft“, erklärte Reske mit Blick auf Versäumnisse der Vergangenheit. „Es ist ein Segen, dass wir das Regionalpädagogische Zentrum haben“, erklärte Rico Mecklenburg. Die in dieser Form praktisch einmalige Einrichtung zur Lehrerfortbildung helfe nun beispielsweise beim Lehreraustausch zu den Herausforderungen durch die Flüchtlinge an den Schulen.

Zum Thema Grundbildung sagte Mecklenburg: „Wir müssen die hohe Zahl der Menschen ohne Schulabschluss in den Griff kriegen – einen Teil davon fängt die VHS auf.“ Dennoch könne es nicht sein, dass „an die zehn Prozent durch das Rost fallen.“ Außerdem warnte Mecklenburg davor, die Auswirkungen der demographischen Entwicklung zu unterschätzen. So werde es im ländlichen Bereich immer schwerer, eine funktionierende Infrastruktur mit Ärzten, Schulen und anderen Einrichtungen vorzuhalten. Dies verstärke dann wiederum die Landflucht in die Städte. „Das wird uns hart treffen, wenn wir nicht rechtzeitig gegensteuern“, warnte Mecklenburg.

Burghardt Sonnenburg führte Ubbo Emmius als den großen Lehrer Ostfrieslands schlechthin an, dem man bei einem Blick auf die Geschichte immer wieder begegnet. Schon Ubbo Emmius habe sich eine Teilhabe des „niederen Volkes“ durch Bildung gewünscht. So stelle sich heute immer noch die Frage: „Wie kriegen wir politische und historische Bildung zu den Menschen?“ Hier engagierten sich das Heimatmuseum und auch die VHS tagtäglich.

Die VHS-Leiterin Heike-Maria Pilk erläuterte, dass es in der Tat schwierig sei, bei den Menschen mit politischer Bildung zu punkten. Allerdings habe die VHS mit Fahrrad- sowie Motorrad-Bildungsurlauben zu Themen wie Energiewende oder Heimatkunde „eine Lücke gefunden, die brummt“. „Woran es hapert, ist an den Männern“, führte Pilk fort. Danach seien nur rund 35 Prozent der VHS-Teilnehmenden männlichen Geschlechts. In einem Rückblick auf die letzten 70 Jahre wagte Pilk eine Schätzung: Seit Bestehen habe die VHS Leer rund 1,6 Millionen Menschen in 67.200 Kursen und 11.900 Einzelveranstaltungen erreichen können. „Dabei versucht die VHS – immer da wo es brennt – Aufgaben zu übernehmen“, fasste Pilk das gesellschaftliche Engagement der VHS zusammen. „Es macht wahnsinnig viel Spaß in der VHS zu arbeiten“, schloss Pilk ihren Redebeitrag ab.


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Volkshochschule für die Stadt
und den Kreis Leer e.V.
Haneburgallee 8
26789 Leer
Tel.: 0491 - 92 99 2-0
Fax: 0491 - 92 99 2-10
E-Mail: info(at)vhs-leer.de

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Mo. – Fr.  08.00 – 12.00 Uhr

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