Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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13.04.2018

Vortrag über Fehler bei der Integration: Necla Kelek setzt sich für emanzipatorische Erziehung ein

Am Donnerstag, 26. April, präsentieren wir in Kooperation mit der Tucholsky-Kulturbörse Leer um 19.30 Uhr in der Blinke 55 einen Vortrag mit Dr. Necla Kelek. Unter dem Titel „Der schwere Weg zu - und die Fehler bei - der Integration“ legt sie ihre Sicht auf das Thema Integration dar. Dabei kritisiert sie insbesondere konservative Auslegungen des Islam, die sie als hinderlich bei der Integration ansieht.


Dr. Necla Kelek

Dr. Necla Kelek

Kelek warnt vor der Entstehung von Parallelgesellschaften. Wenn beispielsweise ganze Familienclans einwanderten, bestünde für sie keine Notwendigkeit, sich an den Alltag und die Gepflogenheiten in Deutschland anzupassen. „Wir müssen die Werte vermitteln, dass Europa den Einzelnen beschützt, und den Einzelnen aus dem Herrschaftssystem der Männer befreien“, erklärte sie in der Zeitung „Die Welt“. Außerdem fordert sie zur Vermeidung von Parallelgesellschaften individuelle Unterstützung von Flüchtlingen und ein Verbot der Kinderehe. Frauen, die bereits vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet sind, müssten ferner darüber aufgeklärt werden, dass sie zur Schule gehen und sich einen Beruf wählen können. In einer Duldung von nichtemanzipatorischer Erziehung von Mädchen und Jungen in traditionalistischen muslimischen Familien sieht sie eine falsch verstandene Toleranz, die sich dann zum Problem entwickele. Denn es gehe beim Islam laut Kelek nicht nur um Spiritualität, sondern auch um eine Wertevermittlung hinein in die Gesellschaft. Dabei gelte es zu bedenken: Was man im Islam unter Freiheit, Gleichheit, Gewissen, Ehre, Anstand, Frauenrechten verstehe, folge einer anderen Ethik als der in Europa üblichen.

Weitere Auskünfte erhalten Sie telefonisch unter 0491 – 92 99 20.


Über Dr. Necla Kelek
Dr. Necla Kelek wurde 1957 in Istanbul geboren und kam im Alter von zehn Jahren nach Deutschland. Sie studierte in Hamburg und Greifswald Volkswirtschaft und Soziologie und promovierte über das Thema „Islam im Alltag“. Sie lebt und arbeitet als freie Autorin, Publizistin und Politikberaterin in Berlin und ist als Vorstandsfrau bei Terres des Femmes tätig. Von 2005 bis 2009 war sie Mitglied der Deutschen Islamkonferenz. Ausgezeichnet wurde sie unter anderem 2011 mit dem Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung und 2009 mit dem Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik.

Zu den von ihr veröffentlichten Büchern zählen unter anderem „Die fremde Braut. Ein Bericht aus dem Inneren des türkischen Lebens in Deutschland“, „Bittersüße Heimat. Bericht aus dem Inneren der Türkei“, „Himmelsreise. Mein Streit mit den Wächtern des Islam“, „Die verlorenen Söhne. Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes“, „Hurriya heißt Freiheit. Die arabische Revolte und die Frauen“ und „Chaos der Kulturen. Die Debatte um Islam und Integration“.


Eintritt: 10,- Euro


Kontakt

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Fax: 0491 - 92 99 2-10
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