Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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20.11.2017

„Wir sind eine Gesellschaft des Vergessens“: Vortrag beschäftigte sich mit sozialen Auswirkungen der Demenz

Im Rahmen des Projektes „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ an der VHS Leer fand kürzlich mit Unterstützung der Alzheimergesellschaft Emden-Ostfriesland und des Landkreises Leer vor rund 150 Interessierten im MARIKO ein Vortrag über die soziale Seite der Demenz statt.


Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer appellierte mit seinem Vortrag dafür, mehr zivilgesellschaftliches Engagement im Umgang mit Demenzerkrankten zu fördern.

Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer appellierte mit seinem Vortrag dafür, mehr zivilgesellschaftliches Engagement im Umgang mit Demenzerkrankten zu fördern.

Gronemeyer kritisierte den Umgang unserer Gesellschaft mit den Alten.

Gronemeyer kritisierte den Umgang unserer Gesellschaft mit den Alten.

Der Vortrag von Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer lockte rund 150 Interessierte ins Maritime Kompetenzzentrum.

Der Vortrag von Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer lockte rund 150 Interessierte ins Maritime Kompetenzzentrum.

Landrat Matthias Groote lobte das Projekt und betonte die Bedeutung des Themas.

Landrat Matthias Groote lobte das Projekt und betonte die Bedeutung des Themas.

Dazu konnten wir den Theologen und Soziologen Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer aus Gießen gewinnen. Die Begrüßung übernahm Landrat Matthias Groote. Er lobte das Projekt und betonte die Bedeutung des Themas. Danach stellte die Projektleiterin Sabine Kasimir von der Volkshochschule Leer kurz das Projekt Lokale Allianz vor. Ziel sei es, ein demenzfreundlicheres Umfeld zu schaffen und für die Thematik zu sensibilisieren. Dazu habe man in den letzten Jahren ein aktives Netzwerk aufgebaut.

Dann warf Reimer Gronemeyer die provokante These in den Raum, dass die Probleme mit der Demenz nicht alleine durch professionelle Dienstleistungen lösbar seien. Dazu sei nur die Zivilgesellschaft in der Lage. Dies erfordere allerdings eine Sensibilität für die Hilfsbedürftigkeit von anderen Menschen. Denn für Menschen mit Demenz sei die Welt immer schwerer zu begreifen und die Alten hätten keine wirkliche Bedeutung mehr für die Gesellschaft. De facto sage die Gesellschaft den Alten: „Alles, was Du gelernt hast, kannst Du vergessen.“ So entstehe eine soziale Entwertung des Alters.

„Wir sind eine Gesellschaft des Vergessens“, fuhr Gronemeyer fort. Deshalb passe diese Krankheit zu unserer Gesellschaft. Letztlich stellten Menschen mit Demenz uns allen eine Diagnose über den Zustand unseres Gemeinwesens. Aber auch mit noch so viel Aktionismus ließe sich das eigentliche Problem der Demenz nicht lösen. „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir eine große Gruppe hilfsbedürftiger Menschen unter uns haben, die wir begleiten und auffangen müssen“, betonte Gronemeyer.

Das Projekt „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.


Kontakt

Volkshochschule für die Stadt
und den Kreis Leer e.V.
Haneburgallee 8
26789 Leer
Tel.: 0491 - 92 99 2-0
Fax: 0491 - 92 99 2-10
E-Mail: info(at)vhs-leer.de

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Vormittags:
Mo. – Fr.  08.00 – 12.00 Uhr

Nachmittags:
Mo., Di. u. Do. 14.00 – 16.30 Uhr
Mi. 14.00 – 16.00 Uhr

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